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<title>Kindesunterhalt</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Kindesunterhalt</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Kindesunterhalt</b> ist der <a href="Unterhalt" title="Unterhalt">Unterhalt</a>, den Eltern gegenüber ihren Kindern zu leisten haben.
</p><p>Die Verpflichtung der Eltern, neben <a href="Obsorge" class="mw-redirect" title="Obsorge">Obsorge</a> und <a href="Erziehung" title="Erziehung">Erziehung</a> auch für den Lebensbedarf von Kindern zu sorgen, die sich nicht selbst versorgen können, ist Ausdruck der <a href="Familie" title="Familie">familiären</a> <a href="Solidarit%C3%A4tsprinzip" title="Solidaritätsprinzip">Solidarität</a>. Die Pflicht zum Unterhalt besteht im Allgemeinen nicht nur gegenüber <a href="Minderj%C3%A4hrigkeit" title="Minderjährigkeit">Minderjährigen</a> oder <a href="Unm%C3%BCndig" class="mw-redirect" title="Unmündig">Unmündigen</a>, sondern auch darüber hinaus, in Zeiten der <a href="Ausbildung" title="Ausbildung">Ausbildung</a> und Einkommensschwäche. Auch beschränkt sich Unterhalt nicht auf das Leben im <a href="Privathaushalt" title="Privathaushalt">gemeinsamen Haushalt</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Nationale_Regelungen">Nationale Regelungen</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Deutschland">Deutschland</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Kindesunterhalt_(Deutschland)" title="Kindesunterhalt (Deutschland)">Kindesunterhalt (Deutschland)</a></i></div>
<p>Kindesunterhalt (Anspruch des Kindes gegenüber einem Elternteil) ist in Deutschland gesetzlich geregelt in <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=BGB&amp;a=1601-1615">§§&nbsp;1601&nbsp;ff.</a><span style="display:none"></span></span> BGB, vergl. insbesondere <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1612a.html">§&nbsp;1612a</a></span> BGB. Für den Mindestunterhalt minderjähriger Kinder besteht hiernach eine Staffelung nach Alter (bis 6. Lebensjahr, 7.–12. Lebensjahr, ab 13. Lebensjahr). Bei der Ermittlung der Höhe werden das Kindergeld gemäß <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=BGB&amp;a=1612b">§&nbsp;1612b</a><span style="display:none"></span></span> BGB und andere kindbezogene Leistungen gemäß <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=BGB&amp;a=1612c">§&nbsp;1612c</a><span style="display:none"></span></span> BGB angerechnet.
</p><p>Der finanzielle Unterhalt richtet sich nach der <i>Mindestunterhaltsverordnung</i>,<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> deren jährliche Beträge alle zwei Jahre angepasst werden und der die Höhe des finanziellen Anspruchs regelt.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Österreich"><span id=".C3.96sterreich"></span>Österreich</h3></div>
<p>In Österreich ist der Kindesunterhalt durch das <i>Kindschaftsrecht</i>, insbesondere durch die <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=10001622">§ 231 ff AGBG</a></span> gesetzlich geregelt. Grundsätzlich sind beide Elternteile unterhaltspflichtig. Der Elternteil, der die Betreuung des Kindes (Pflege und Erziehung) leistet, leistet dadurch seinen Beitrag. Der andere Elternteil, der nicht im gemeinsamen Haushalt mit dem Kind lebt, ist in Geld unterhaltspflichtig.
</p><p>Der Unterhalt wird durch das Bedarfs- und Leistungsprinzip „bemessen“ (nicht berechnet). Je höher das Einkommen (Durchschnittsnettoeinkommen) des jeweils Unterhaltspflichtigen ist, desto mehr Unterhalt ist zu leisten. Jeder Elternteil muss bemüht sein, entsprechend seinen Kräften zum Unterhalt des Kindes beizutragen. Im Streitfalle entscheidet auf Antrag (des jeweils obsorgeberechtigten Elternteiles namens des Kindes) das Pflegschaftsgericht im Verfahren außer Streit. Jedoch kann hierbei auch der sog. <i>Anspannungsgrundsatz</i> zur Anwendung gelangen, wonach der Unterhaltspflichtige einen Unterhalt für das Kind zahlen muss, welcher er bei Anspannung seiner Kräfte – als pflichtbewusster Elternteil – zu leisten im Stande wäre. Für die Unterhaltshöhe werden großteils die durch die Rechtsprechung entwickelten Prozentsätze herangezogen (0 – 6 Jahre: 16&nbsp;%, 6 – 10 Jahre: 18&nbsp;%, 10–15: 20&nbsp;% und ab 15 Jahre: 22&nbsp;%). Weitere Sorgepflichten werden durch prozentuelle Abschläge berücksichtigt (abzüglich 1&nbsp;% für Kinder &lt;10 Jahre, abzüglich 2&nbsp;% für Kinder &gt; 10 Jahre). Der Unterhalt wird für Kinder bis 10 Jahre mit dem 2-fachen und Kinder über 10 Jahre mit dem 2,5-fachen Regelbedarfssatz gedeckelt („Luxusgrenze“).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schweiz">Schweiz</h3></div>
<p>In der Schweiz<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ist der Kindesunterhalt in Art. 285 <a href="Zivilgesetzbuch_(Schweiz)" title="Zivilgesetzbuch (Schweiz)">ZGB</a> geregelt. Es gilt wie in Österreich eine Prozentregelung mit Mindestsatz (17&nbsp;% des Nettoeinkommens, mindestens jedoch 250 Schweizer Franken), wie sie in den <i>Zürcher Tabellen</i> niedergelegt sind. Bei Niedrigverdienern wird anhand des konkret berechneten Nettobedarfs des Unterhaltspflichtigen berechnet, was dem Kind zugesprochen werden kann.
</p><p>Die Voraussetzungen des Kindesunterhalts sind grundsätzlich ein bestehendes Kindesverhältnis und die Unmündigkeit des Kindes.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Frankreich">Frankreich</h3></div>
<p>In Frankreich gibt es keine gesetzliche Regelung zum Unterhalt, er wird bei Uneinigkeit gerichtlich festgesetzt, und orientiert sich ausschließlich an der Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen. Für die in Frankreich übliche jährliche Anpassung der Unterhaltssumme legt man die den Indice INSEE zugrunde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=Mindestunterhaltsverordnung&amp;f=1">Mindestunterhaltsverordnung</a><span style="display:none"></span></span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">zuletzt durch die <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.buzer.de/s1.htm?g=Erste+Verordnung+zur+%C3%84nderung+der+Mindestunterhaltsverordnung&amp;f=1">Erste Verordnung zur Änderung der Mindestunterhaltsverordnung</a><span style="display:none"></span></span> für die Jahre 2018 und 2019.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Andrea Büchler: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.rwi.uzh.ch/elt-lst-buechler/famr/wirkungkv/de/html/Unterhalt_learningObject2.html"><i>Kindesunterhalt.</i></a> In: <i>Familienrecht.</i> Lehrstuhl Privatrecht und Rechtsvergleichung, Uni Zürich, 27.&nbsp;März 2009,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 19.&nbsp;April 2009</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AKindesunterhalt&amp;rft.title=Kindesunterhalt&amp;rft.description=Kindesunterhalt&amp;rft.identifier=http%3A%2F%2Fwww.rwi.uzh.ch%2Felt-lst-buechler%2Ffamr%2Fwirkungkv%2Fde%2Fhtml%2FUnterhalt_learningObject2.html&amp;rft.creator=Andrea+B%C3%BCchler&amp;rft.publisher=Lehrstuhl+Privatrecht+und+Rechtsvergleichung%2C+Uni+Z%C3%BCrich&amp;rft.date=2009-03-27">&nbsp;</span></span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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